Ein kleiner Bissen genügte: Als der Erzähler in Marcel Prousts Roman «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» eine Madeleine in Tee taucht und kostet, überrollt ihn plötzlich eine Flut von Erinnerungen an seine Kindheit. Ohne Vorwarnung kehrt eine längst vergangene Welt zurück – mit Gerüchen, Bildern und Gefühlen. Diese berühmte Szene gehört zu den eindrucksvollsten literarischen Beschreibungen der Erinnerung. Sie zeigt, wie eng Vergangenheit, Sinne und Identität miteinander verbunden sind – und wie rätselhaft unser Gedächtnis bis heute bleibt.
Autor:Uwe Guntern
Erinnerungen sind mehr als nur Bilder aus der Vergangenheit. Sie bilden einen wichtigen Teil unserer Identität. Sie erzählen uns, wer wir sind, woher wir kommen und welche Erfahrungen unser Leben geprägt haben. Foto: BILDOGRAPHIE.SWISS/rs
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