Wie gewohnt fand die OM/UM-Tagung an zwei Tagen statt. Am Freitagnachmittag eröffnete Gross-Sire Andreas Grögler zum ersten Mal die Tagung. Er blickte zunächst auf die Gross-Logen-Tagung 2025 zurück und gab anschliessend das neue Jahresthema bekannt: «Gwunder».
Der Freitagnachmittag stand ganz im Zeichen der Logenführungskonferenz. Thematisiert wurden unter anderem das Budget, die Vorbereitung der GLT 2026 sowie die Planung des kommenden Jahres. Zudem wird die Nachfolge für den langjährigen Materialverwalter, Alt-Gross-Marschall Urs Brändli, gesucht, der seinen Rücktritt erklärt hat. Interessierte Nachfolgerinnen und Nachfolger können sich bei der Ordensleitung melden.
Neue Mitgliederdatenbank
Ein weiteres Thema war die neue Mitgliederdatenbank Fairgate. Ihr Aufbau und ihre Inbetriebnahme verlaufen wie geplant. Der neue Verantwortliche für Mutationen, AM Urs Schöni – Nachfolger von AM Markus Bircher – stellte die neue Plattform vor. Das traditionelle «rote Büchlein» entfällt künftig. Stattdessen können alle Logenbrüder und -schwestern die Mitgliederdaten passwortgeschützt online und auf dem Smartphone abrufen. Die Daten sind jederzeit aktuell. Die Zugänge werden anfangs Jahr an alle Brüder erteilt (siehe hierzu auch den Artikel auf Seite 21 und 22). Fairgate eröffnet der Logenführung zudem neue Möglichkeiten in der Kommunikation.
Auch die Intranetseite des OSOF wird aktualisiert. Sie entspricht künftig wieder den modernen Sicherheitsstandards, und zugleich wird das Layout leicht überarbeitet. Die Umstellung wird bis zum 13. April 2026 abgeschlossen sein.
Ein weiterer Punkt betraf die Odd Fellow Zeitschrift und die Frage, wie ein ausgeglichenes Budget erreicht werden kann. Die Ordensleitung erarbeitet Vorschläge, um das bestehende Defizit zu decken. 2026 erscheint die Odd Fellow Zeitschrift noch in gewohnter Form in sechs Ausgaben.
Zudem stellte Alt-Gross-Sire Hugo Kurz das Projekt «… im Fokus» vor. Ziel ist es, das Engagement und die Begeisterung der Mitglieder zu stärken. Jedes Jahr soll eine neue Zielgruppe in den Mittelpunkt rücken. 2026 werden die inaktiven Mitglieder thematisiert. Die Logenleitungen sind eingeladen, dieses Thema aufzunehmen, die Namen zu erfassen, Gründe für Inaktivität zu eruieren, Betreuer zu bestimmen und Massnahmen zu entwickeln. So sollen unnötige Austritte vermieden werden.
Den Abschluss des ersten Tages bildeten regionale Koordinationssitzungen. Künftig finden zwei Regio-Sitzungen pro Jahr statt, wobei diejenige im Herbst im Rahmen der OM/UM-Tagung durchgeführt wird. In der Frühlingssitzung sollen jeweils Schulungen integriert werden.
Die feierliche Rituelle Sitzung
Der erste Tag wurde mit einer feierlichen Rituellen Sitzung beschlossen, geleitet vom Gross-Sire. Einen eindrücklichen Vortrag zum Jahresthema hielt Kurt Zwahlen, der seit seiner Pensionierung zahlreiche neue Länder bereist und dort vielfältige Erfahrungen gesammelt hat. Als Gross-Marschall wirkte er insbesondere im Ressort Soziales – eine Perspektive, die er auch auf seinen Reisen nie aus den Augen verlor. Sein Vortrag wird zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.
Ein weiterer Höhepunkt war die musikalische Begleitung durch die hervorragende Cellistin Gunda Abele. Als Solistin und Kammermusikerin hat sie europaweit konzertiert und an bedeutenden internationalen Festivals teilgenommen. Sie arbeitet mit Musikgrössen wie Teodor Currentzis, Gidon Kremer und Sergio Azzolini zusammen. Zudem ist sie Gründerin und künstlerische Leiterin des Kammerorchesters Camerata Basilea.
Tag 2: Ober- und Untermeister im Fokus
Der zweite Tag war den Ober- und Untermeistern gewidmet. In Gruppenarbeiten mit den «alten» und «neuen» Amtsinhabern wurden die Werte der Odd Fellows vertieft: Achtsamkeit, Freundschaft, Liebe und Wahrheit.
Zum Abschluss der Tagung stellten die Ressortverantwortlichen der Ordensleitung ihre aktuellen Themen vor.
Gross-Sire Andreas Grögler schloss die OM/UM-Tagung mit den Worten:
«Die Odd Fellows sind heute wichtiger denn je. Durch unsere positiven und ethischen Interventionen in unserem Umfeld können wir etwas bewirken. Ich bin überzeugt, dass wir damit einen wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten können, um die Werte Freundschaft, Liebe und Wahrheit sichtbar werden zu lassen.»
Fazit des Gross-Sires
Nach der Tagung baten wir den Gross-Sire um ein Fazit. Er betonte, dass die OM/UM-Tagung seit Jahren eine feste Institution sei. Jedes Jahr im November treffen sich die Logenbeamten in Bern, um alles Wesentliche für ihre Arbeit im kommenden Jahr zu erfahren.
«Natürlich könnte man sagen, es sei jedes Jahr das Gleiche», so der Gross-Sire. «Aber dem ist nicht so. Bedürfnisse und Zeiten ändern sich. Mein Fokus lag in diesem Jahr auf unseren Werten. Das Jahresthema ‹Gwunder› passt dazu, ebenso die Workshops für Ober- und Untermeister. Das war herausfordernd, bot aber eine wertvolle Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie wir unser Gedankengut authentisch leben und die Qualität in den Logen verbessern können. Wir müssen tun, was wir predigen. Nur so können wir erfolgreich sein und wachsen.»
Der Austausch und die Diskussionen seien für ihn ein grosser Gewinn gewesen. Besonders in Erinnerung bleiben ihm auch die Cello-Musik von Gunda Abele sowie der Vortrag von Alt-Gross-Marschall Kurt Zwahlen.
Weitere Informationen zur OM/UM-Tagung sind im Intranet abrufbar.