42 Jahre Frauenloge Zürich Nr. 5 «Felix und Regula»

Per Ende 2023 mussten wir die Zürcher Frauenloge Felix und Regula schliessen. Es fiel uns – den derzeitig 15 Schwester – sehr schwer. Die OF Statuten aber verlangen pro Loge mindestens 20 Mitglieder. Das nicht zuletzt um alle Ämter besetzen zu können.

Unsere beiden Gründungsmitglieder, Gertrud Wiederkehr und Therese Ziehbrunner, blicken auf einen langwierigen und holprigen Start zurück. Die Zürcher Männerloge war gar nicht einverstanden mit der Initiative der beiden Zürcherinnen. Gegen allen Widerstand konnten die zwei die geforderten 20 Mitglieder, zehn aus bereits bestehenden Frauenlogen und 10 neue Interessentinnen für die Logengründung begeistern und gewinnen.

Nebst der Suche nach jungen interessierten Frauen galt es, einen passenden Namen für die neue Frauenloge zu finden und dazu unendlich viele grosse und kleine Hürden zu überwinden.

Die beiden Initiantinnen stellten der neuen Frauenloge das Motto voran: «Mit vereinter Kraft gar wohl gelingt, was eine selbst nicht fertigbringt».

Die zehn geforderten Gründungsmitglieder sind aus verschiedenen Frauenlogen angereist und zusammen mit den zehn neu angeworbenen Schwestern konnte die erste Zürcher Frauenloge Felix und Regula am 28. März 1981 aus der Taufe gehoben werden.

Seither geniessen wir Gastrecht bei der Helvetia Gesellschaft an der Falkenstrasse 23 in Zürich, wo wir uns jeweils mittwochs um 19 Uhr zu unseren Sitzungen treffen. Ihr sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt für das ausserordentlich gute Mietverhältnis über all die Jahre.

Die Schwestern der verschiedenen Frauenlogen – die meisten waren aus der Berner Frauen-Loge «Anna Seiler» temporär übergetreten – sind in ihre Logen zurückgekehrt. Trotz der damit einhergehenden Unruhe wuchs unsere Loge und konnte bald einmal die geforderten 20 Mitglieder selber stellen.

Der allgemeine gesellschaftliche Wandel erschwert die Suche nach interessierten jungen Frauen. Viele sind heute beruflich stark engagiert und nicht bereit, sich in ihrer Freizeit – wo auch immer – einzubringen und zu binden. Das wird ganz allgemein festgestellt und geklagt. Die Individualisierung und der Wunsch, frei und ungebunden zu sein, Leistungsdruck und Wettbewerb sind allerorts spürbar.

Wie weiter? Erfreulich ist, dass sich denjenigen, die en Odd Fellows Orden nicht definitiv verlassen möchten, zwei Optionen auftun: die Frauenloge Bern «Anna Seiler» freut sich auf übertretende Schwestern und die Zürcher Männer der «Limmat-Loge Nr. 38» sind bereit, ihre Türen zu öffnen für die erste gemischte Loge, die im 2024 aktiv werden wird.

Katrin Früh

Über den Autor

Katrin Früh war Mitglieder der Frauenloge «Felix und Regula», Zürich

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