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Rheinfall-Loge: In Kürze 150 Jahre jung

Die Rheinfall-Loge Nr. 9 in Schaffhausen feiert im nächsten Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Wir blicken auf eine lange und lebendige Geschichte zurück und gehen mit Herz in eine mindestens ebenso lange Zukunft. Gegründet wurde die Loge am 4. Juli 1877 von fünf engagierten Odd Fellows, die damals den Grundstein für eine Gemeinschaft legten, die heute über achtzig Brüder vereint.
Matthias Wipf, Stephan Schlatter, Michel Greis und Thomas Wetter (von links) beim gemütlichen Beisammensein auf der Petri-Wiese. Foto: zvg
Matthias Wipf, Stephan Schlatter, Michel Greis und Thomas Wetter (von links) beim gemütlichen Beisammensein auf der Petri-Wiese. Foto: zvg

Unsere Mitglieder sind so unterschiedlich wie die Wege, die sie zu uns geführt haben: Wir zählen Brüder aus Handwerk, Technik, Verwaltung, Gesundheitswesen, Bildung, Unternehmertum und vielen weiteren Bereichen. Diese Vielfalt spüren wir Woche für Woche. Manche von uns sind temperamentvoll, andere ruhig und bedacht. Einige bringen Humor in die Runde, andere Tiefsinn. Und gerade diese Mischung macht uns aus.

Unser Zuhause ist seit vielen Jahrzehnten das Odd Fellows Haus am Schützengraben in der schönen Schaffhauser Altstadt. Hier pflegen wir unsere Rituale, führen anregende Gespräche, tauschen uns aus und leben jene Werte, die uns verbinden: Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Toleranz und der Wille, einander auf unserem individuellen Weg zu begleiten.

Die Rheinwiese Petri

Ebenso prägend für unsere Identität ist jedoch ein Ort ausserhalb der Stadtmauern. Er ist unser eigentliches Alleinstellungsmerkmal: die Rheinwiese Petri. Die Petri-Wiese, unsere «Perle am Rhein», begleitet uns seit bald einem Jahrhundert. Ihre Geschichte beginnt mit einem naturverbundenen Odd Fellow, der oftmals nach Feierabend mit seinem Weidling den Rhein hinaufstachelte. Sein liebster Platz auf diesen Touren war die Wiese bei der sogenannten Verlobungsbucht unterhalb des Schaarenwalds, wo er jeweils inmitten der Natur sein Abendessen einnahm.

Als ihm eines Tages ein Vertreter der Gemeinde Langwiesen dieses Stück Land zum Kauf anbot, fehlte ihm selbst die nötige Summe. Doch seine Erzählung entfachte bei befreundeten Odd Fellows eine grosse Begeisterung. Rasch entstand eine Wiesli-Kommission. Ein wohlhabender Bruder erwarb die Wiese am 19. Juni 1930. Um gegenüber den Behörden und der Bevölkerung mehr Vertrauen zu schaffen, wurde ein gutes Jahr später, am 26. Juni 1931, ein Verein unter dem Namen «Gesellschaft Rheinwiese Petri» gegründet.

Heute steht die Wiese allen Schaffhauser Odd Fellows und ihren Familien offen. Hier erleben wir Gemeinschaft unmittelbar. Sei dies an lauen Sommerabenden, bei festlichen Zusammenkünften oder an den jährlichen Arbeitstagen.

Dieses Zusammenspiel aus Tradition, Naturverbundenheit und aktiv gelebter Gemeinschaft macht uns aus. Wir sind eine Loge, die ihre Geschichte kennt, ihre Werte pflegt und zugleich offen bleibt für Neues. Die Rheinwiese Petri erinnert uns an alles, was uns verbindet. Und daran, dass Freundschaft nicht nur bei den Ritualen in der Halle am Schützengraben entsteht, sondern überall dort, wo wir gemeinsam wirken.

Jede Woche verwöhnt uns das engagierte Wirtschaftskomitee mit einem feinen Essen im Refektorium. Im Bild (von links) Rolf Wirth, Urs Schwager, Hanspeter Weder und Urs Thomann.

Benefizkonzert zugunsten der RestEssBar

Anlässlich unserer 125-Jahre-Feier haben wir von der Rheinfall-Loge unter dem Motto «mitenand und fürenand» ein Benefizkonzert organisiert. Der grosse Anklang führte dazu, dass dieses Engagement weitergeführt wurde. So entstand die Tradition, jedes Jahr ein Konzert als Vermächtnis dieses Jubiläums zu veranstalten. Heute sind die Benefizkonzerte ein fester Bestandteil unseres Wirkens nach aussen. Sie machen uns als Odd Fellows, aber auch unsere Werte wie Solidarität und Wohltätigkeit sichtbar.

In diesem Jahr erlebten rund 200 Zuhörende am Freitag, 31. Oktober 2025, einen stimmungsvollen musikalischen Abend in der Steigkirche. Wir organisierten ein Konzert zugunsten des Vereins RestEssBar Schaffhausen, der überschüssige Lebensmittel rettet, sortiert und kostenlos weitergibt. Mit ihrem Einsatz gegen Food Waste und für soziale Unterstützung leisten die Ehrenamtlichen der RestEssBar einen wertvollen Beitrag für unsere Region.

Musikalisch begeisterte das Hackbrett Jugendorchester Schweiz, das mit jugendlicher Energie, hoher Professionalität und viel Spielfreude auftrat. Unter fachkundiger Leitung präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker ein abwechslungsreiches Programm, das die Vielfalt des Hackbretts eindrucksvoll zeigte: von mitreissender Volksmusik über fein abgestimmte klassische Werke bis hin zu modernen Kompositionen, die rhythmisch und klanglich überzeugten. Die warme Akustik der Steigkirche trug dazu bei, dass die charakteristischen Töne des Instruments besonders schön zur Geltung kamen. Langer, herzlicher Applaus rundete die Darbietungen ab.

Im Nachgang zum Konzert durften wir der RestEssBar eine Spende von 6000 Franken überreichen. Die Kollekte des Abends wurde von uns Odd Fellows grosszügig aufgerundet. Dieser Betrag hilft, die Infrastruktur der RestEssBar nachhaltig zu stärken, sei dies durch verbesserte Lagermöglichkeiten, funktionale Transportmittel oder effiziente Arbeitsgeräte. Die Verantwortlichen der RestEssBar betonten, wie wichtig diese Unterstützung für den täglichen Betrieb ist und welche Wirkung sie im Alltag zeigt.

Wir blicken dankbar auf einen rundum gelungenen Abend zurück. Musik, Gemeinschaft und ein spürbares Miteinander machten das Benefizkonzert auch in diesem Jahr zu einem besonderen Ereignis, das kulturell bereicherte und sozial nachhaltig wirkte.

Daniel Spitz

Über den Autor

Daniel Spitz ist Odd Fellow und Mitglied der Rheinfall-Loge in Schaffhausen

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