Kinder leben in einer Welt, die noch nicht vollständig von Konzepten, Routinen und Zweckdenken durchdrungen ist. Sie spüren, bevor sie erklären. Sie handeln, bevor sie analysieren. Ihre Wahrnehmung ist unmittelbar, unverstellt – ein Zustand, der gerne als «naiv» abgetan wird, der aber eine Form ursprünglicher Intelligenz ist: die Intuition des Fühlens.
Autor:Uwe Guntern
Kinder sind keine «unvollendeten Erwachsenen», sondern Erinnerungsträger an eine ursprüngliche Weise, in der Welt zu sein. Foto: BILDOGRAPHIE.SWISS/ma
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Ein kleiner Bissen genügte: Als der Erzähler in Marcel Prousts Roman «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» eine Madeleine in Tee taucht und kostet, überrollt ihn plötzlich eine Flut von Erinnerungen...
Wenn wir dem Begriff «Erinnerung» begegnen, dann denken wir wohl zuerst an emotionale Erlebnisse, erfreulicher und auch weniger erfreulicher Natur, die aus der Vergangenheit ins Bewusstsein gerufen...