Die Familie sitzt im Garten an der Adlerstrasse. Max wiederholt: «Wie schön mir´s doch hei.». Alle gucken in den blauen Himmel, verfolgen weisse Wolken oder Kondensstreifen. Vita contemplativa. Nicht selbstverständlich. Max wuchs im Oberbaselbiet auf, karg, kleinbäuerlich, in der sonnigen Stube der grosse Posamenterstuhl, das Gewerbe serbelt. Nach der Bezirksschule beginnt Max eine Hochbauzeichnerlehre, darauf folgt zielstrebig das Abendtechnikum in Zürich. Zurück im Baselbiet wachsen Familie und Erfolge bei Architekturwettbewerben. Max baut solide, praktisch undästhetisch. Die Lehrlinge loben ihren Lehrmeister noch nach Jahren, gepaart mit schelmischem Schmunzeln über die stets gespitzten Beistiftstummel. Die vita activa. In der Loge versucht ein Bruder eine Mini-Meditation. «Wenn Gedanken die Konzentration stören, lasst sie weiterziehen wie weisse Wolken am blauen Himmel.» Nach Minuten, wie aus heiterem Himmel, klare Worte: «Ernst, mir nähme es Bier.» Doch Ernst und Max bleiben artig sitzen, nach dem Motto: Vita contemplativa nur nach eigener Perspektive – nie ins Blaue hinaus. Mit Max verlieren wir einen Bruder, dessen liebenswerte, freundliche und stets positive Art unsere Loge bereicherte. Seine offene, warmherzige Ausstrahlung gewann das Gegenüber. Die Baselbieter Loge wird Bruder Max stets ehrend gedenken.